Stillreich » Das Tal » Die verwunschene Quelle #2
» Löwe
Vorsicht Raubkatze :D


VornameKimberly
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RPG-BeiträgeØ 567 Wörter
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Wie lange tut es noch weh?
Und wann geht es vorbei?


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Hier befinden sich die verwunschenen Quellen. Wenn man Glück hat trifft man einige Frösche an, was es mit diesen auf sich hat weiß niemand.


Wörter: 26

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L�we: "Nein er ist doch ein Weib, du bist lesbisch!"
Lucia: "H�h�h�h�h ... Moment, das ist nicht lustig, wieso lach ich �berhaupt? +kopf aufn tisch knall+ "


BLACK DAGGER <3

05.03.2015, 18:25
» Liesel
engelstod.

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Celos


Es regnete leicht, doch das dichte Blätterdach des Waldes dämpfte die Tropfen, sodass am Fuße der verwunschenen Quelle bloß ab und an ein kleiner auf Liesels Körper landete und sie es kaum bemerkte. Immer noch neugierig starrte sie den Fremden an, wie er bewusstlos und sichtlich geschwächt vor ihren Hufen lag. Als er sich bewegte, spürte sie erneut die Angst im Nacken. Dass in ebenjenem Moment ein lauthalses Quaken die Luft erzittern ließ, machte es nicht besser. Erschrocken zuckte sie zusammen und blickte sich in ihrer Panik um. Eine fette Unke saß nicht weit entfernt und starrte sie provokant an. Liesel schüttelte den Kopf und konnte ein hauchzartes Grinsen nicht unterdrücken. Soweit war es also schon mit ihr gekommen, sie hatte Angst vor Fröschen. Sie wusste schließlich auch nicht genau, was passiert war. Sie wusste bloß, dass der Erzengel tot neben ihr gelegen hatte. In seinem blauen himmlischen Feuern schwelend. Und sie selbst blutüberströmt und mehr tot, denn lebendig. Sie wusste, sie hatte etwas mit dem Tod des Hengstes zu tun, der ihr mehr bedeutete als ihr eigenes Leben. Doch ihr war nicht bewusst, für welche Experimente Faithless sie missbraucht hatte Ihre Erinnerungen setzten an jenem Punkt aus, da sie in seine Gefangenschaft geriet und klärten sich erst mit jenem schockierenden Moment des Erzengeltodes. Wahrscheinlich lebte sie selbst auch nur noch deshalb, weil man sie für tot gehalten hatte. Tränen stiegen ihr in die Augen, umso besser dass der Braune nun endlich zur Besinnung zu kommen schien. Oder?

"Kennen wir uns?" fragte Liesel zweifelnd. Der Kerl benahm sich merkwürdig. "Was ist denn mit dir passiert? Du siehst nicht gut aus. Hab dich hier bewusstlos gefunden." Wieder sah sie ihn eingehend an. Der Kerl war eindeutig schwer verletzt, umso besser dass sie sich gerade an diesem Ort befanden. Denn der verwunschenen Quelle sagte man nicht umsonst heilende Wirkung zu. "Mein Gesicht?" Was wollte der denn bloß von ihr? Zögernd trat sie näher ans Wasser. Im klaren Wasserspiegel sah sie dann, worauf der Braune anspielte. Ihr Gesicht war komplett blutig, so wie ihr gesamter Leib von Wunden und Blut schier übersät war. Erschrocken sog sie die Luft ein. Sie hatte den Schmerz natürlich gespürt, aber das Ausmaß nicht erahnen können. Ein Wunder, dass sie noch lebte. Und kein Wunder, dass man sie für tot erklärt haben musste. "Mh...." Murmelte sie leise, gar nicht fähig eine erklärende Antwort zu geben. Sie wusste ja selbst nicht, was passiert war. Und in ihrem Kopf tobte ein Sturm, sodass sie so rasch keine gute Ausrede parat hatte. "Bin ich wohl hingefallen." sagte sie mit schiefem, traurigen Grinsen. Was war nur geschehen? Was war aus dem Mädchen, das den Kleinen und Großen Geschichten erzählte, bloß geschehen? Wo war die Geschichtensammlerin hin?


Wörter: 485

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07.03.2015, 10:40
» Khan Veritas


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XIA



Ein Prinz. Oder eher gesagt ein ehemaliger Prinz. Man hatte ihm alles genommen, seine Familie so wie seine Freunde. Ihm wurde der Status entzogen. Keiner wollte mehr was mit ihm zu tun haben, somit musste er auch das Tal verlassen. Er hätte niemals mehr ein Zuhause gefunden. Und das alles nur weil er mit einen der Diener erwischt wurde wie sie sich geküsst haben. Aber er konnte doch selbst nichts für seine Gefühle. Der Diener so wie er selbst wurde rausgeschmissen. Das einzige was er noch von seiner Familie hatte war sein Familienname... Veritas. Und sein Hals so wie Kopfschmuck. ´Diesen würde er auch nicht ablegen. Man mochte ihm sein Status entzogen haben, aber laut Blut war er immer noch ein Prinz. Und er versuchte das auch durch seiner Ausstrahlung zu zeigen. Niemand sollte wissen das er innerlich zerbrochen war. Schließlich kam er nicht damit klar das er ab jetzt alleine war und niemanden mehr hatte.
Mit erhobenen Hauptes stand er mitten auf einer Wiese. Der regen prasselte vom Himmel herab und durchnässte schnell seinen ganzen Körper. Ließ seine Mähne an seinem Hals kleben, doch das war ihm in diesem Moment sogar egal. Ändern konnte er es sowieso nicht. An das Leben außerhalb des Schlosses musste er sich jetzt einfach mal gewöhnen. Zu pingelig durfte er nicht mehr sein. Das alles hatte er sich einfach selbst versaut. Oder eher gesagt seine Gefühle hatten es versaut. Er wollte auch schon einen schwulen Sohn haben? Gerade wenn man aus adeligen Hause kam. Wo seine Eltern doch König und Königin waren. Wie hätten sie es ihren Untertanen erklären sollen? Wo sie doch immer genau drauf geachtete haben welche Pferde Kinder bekommen durften das bloß nicht irgendwelche Fehlstellungen oder Behinderungen in ihrem Reich kam. Wenn es dann doch passierte, wurden sie einfach verbannt. Keinerlei Mitleid hatten sie mit ihnen gehabt. Selbst im tiefsten Winter mussten sie sehen, wo sie dann unterkamen. Wahrscheinlich sind sie in den meisten Fällen gestorben.
Khan hatte sich entschlossen doch noch ein wenig weiterzulaufen. Also lief er dem Fluss entlang nach Norden. Er hatte kein wirkliches Ziel vor Augen, wer wusste schon ob er hier bleiben würde? Doch irgendwo musste er ja Anfangen ein neues Zuhause zu suchen. Was es mit diesem Tal auf sich hatte wusste er nicht. Er wusste NICHTS darüber. Hatte nicht einmal einige fetzen aufschnappen können. Er war blind ins nichts gerannt, in jeder Ecke könnte irgendeine Überraschung auf ihn warten, doch selbst da war er sich sicher das er es schaffen konnte.
Froschquaken drang in seinen sicherlförmigen Ohren. Er schaute sich genau um, konnte jedoch nichts wirkliches Entdecken. Es erinnerte ihn fast schon an den Park, den seine Familie besessen hatte. Dort gab es auch eine Quelle mit einigen Fröschen, nur das man diese gesehen hatte und man hier irgendwie keine sah. Doch das war ja auch eigentlich egal. Vor ihm erblickte er einen Rappen, der mit den Rücken zu ihm stand. Khan trat näher an ihn heran. Lief um ihn herum und blickte ihn dann direkt ins Gesicht. Und sein Mund wäre ihm fast aufgeklappt. Es war ein alter Freund von ihm.... Xia. Ihn hatte es jetzt so die Sprache verschlagen das er ihn einfach nur stumm anstarrte. Versuchte nicht einmal irgendwas herauszubringen. Wozu würde also diese Begegnung führen?


Wörter: 574

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11.03.2015, 15:13
» Aillén
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Ephyra



Schweigsam drückte sich sein Körper durch das Unterholz. Er schrammte an Stämmen vorbei, Äste kratzten nach seinem bereits geschundenen Leib, doch er verzog keine Mine. Seine Augen blickten ausdruckslos nach vorn. Niemals zurück. Es gab kein Zurück. Für einen kurzen Augenblick wollte er rasten, doch diesem Wunsch konnte er nicht nachgehen. Erbarmungslos trieb er sich weiter, weiter an die Grenzen, die er zu überschreiten hatte. Wie lange war er bereits gegangen? Es kam ihm so vor, als hätte er erst vor wenigen Minuten seiner Herde den Rücken zugedreht. Das letzte Bild hatte sich fest in seine Netzhaut hineingebrannt und drückte ihm grimmig aufs Auge, was er nicht einmal zu verdrängen versuchte. Los. Weiter. Eine Wurzel brachte ihn beinahe zum Straucheln, doch sein Wille war stärker als die Schwerkraft. Weiter. Nicht hier.
Wo dann? Diese Frage stellte er sich nicht. Irgendwann würde es schon genug sein. Irgendwann würde es sich ihm schon zeigen. Das Pochen in seinen Schläfen machte es ihm unmöglich, die Quelle bereits von Weitem zu hören. Erst als die Waldung sich lichtete und gleißendes Sonnenlicht ihm dieses kleine Paradies in all seiner Pracht zu präsentieren versuchte, ließ er sich losreißen von seinem stummen Schmerz. Dennoch unbeeindruckt blieb er stehen. Wasser. Aus den Augenwinkeln musterte er für einen Moment seine Verletzungen. Nein, soweit reichte sein Masochismus nun doch nicht und so verwehrte er seinem Körper nicht das kühlende Nass. Er trat näher an die Quelle heran, presste seine Flanke an das Wasser und zuckte kurz zusammen, als die Kälte seine Wunden berührte. Endlich.


27.03.2015, 15:18
» Ephyra
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Aillén



Die Schimmelstute lies sich treiben, dachte oft über andere nach. In letzter Zeit war sie sehr einsam. Eine Sache die sie sehr traurig machte. Anderseits wollte sie niemanden sehen. Nun suchte sie wieder nach dem einen. Sehnsüchtig folgte sie ihrem eigenen inneren Weg, welcher sie immer weiter führte. Ohne genau zu wissen wohin sie nun gehen sollte, wandte sie sich weier, bis sie der Weg zu den verwunschenen Quellen führte. Neugierig spitze sie ihre Ohren. Angespannt hielt sie inne, lauschte dem Regen. Ihre sonst so wallende Mähne fiel nass an ihr durchweichtes Fell. Aber das kümmerte sie nicht.
Erst als sie näher an den Quellen war, sog sie witternd die Luft ein. Ein Pferd. Sie grinste leicht und freute sich. Hoffentlich ein Hengst. Sie brauchte endlich wieder die Freundlichkeit eines Hengstes. Nein sie wollte sie. Sie stellte ihren Schweif auf und tänzelte stolz nähere heran, ihre Mähne fiel trotz der Nässe schön, eine Sache die für sie selbstverständlich war, und trat zu dem Fremden, welcher sich doch als Hengst entpuppte. Und er sah auch gar nicht so schlecht aus, sah man von einigen Wunden ab, die sich auf seinem Körper abzeichneten.
Ihre Muskeln spannten sich sanft an, als sie vor der Quelle zum stehen kam. Hallo mein Hübscher. Bist du neu hier? Ihre Stimme klang sanft und bezirzend, während sie ihn wohlwollend betrachtete und ihre Aufmerksamkeit ihm zuwandte. Sonst sah sie hier niemanden, also blieb ihr Interesse an ihm hängen.


27.03.2015, 15:45
» Aillén
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Ephyra



Der Wasserstrahl umspielte sanft sein verbranntes Fleisch und zugleich brannte sich der widerliche Schmerz weiter in seinen Leib hinein. Durchdringt die Knochen, durchdringt die DNA. Schmerz. Schmerz, der keinen Ausgleich kannte, der nicht erlöschen wollte. Stell dich nicht so an. Für diesen Moment, versuchte sein Verstand ihn zur Besinnung zu rufen, doch er verhallte in bodenloser Schwärze und einem stumpf klingenden Schmerz. Doch ein anderer Laut sollte ihn aus seiner Lethargie reißen. Hallo mein Hübscher. Bist du neu hier? Sein Blick blieb wie betäubt, selbst beim Anblick dieser Schönheit. Doch ihre Stimme bewirkte tatsächlich ein kleines Wunder und weckte ihn aus seinem selbst erwählten Schlaf. Man sprach ihn an. Ihn. Natürlich, sie kennt dich ja nicht. Das ist ein fremdes Land. Ein Neuanfang. Eine neue C h a n c e.
Aillén rang sich ein halbes Lächeln ab. Sie fand ihn hübsch? Ein wenig kitzelte das an seinem Eitelkeit und eigentlich freute ihn das.
Die Stute war bezaubernd. Ihr reinweißes Fell strahlte mit ihren liebreizenden großen Augen um die Wette. Ihre seidengleiche Mähne umspielte den makellos geformten Körper wie eine perfekt inszenierte Figur in einer Shampoowerbung. Der anmutig aufgestellte Schweif reizte Phantasien in ihm, die er zwar sofort zu unterdrücken wusste, die ihm aber dennoch beinahe die Schamesröte ins Gesicht trieben. Wow. Selten hatte er eine so schöne Stute erblicken dürfen und beinahe wäre er der Versuchung erlegen, wie ein junger, unerfahrener Hengst schüchtern der Fremden seine Bewunderung vorzustammeln. Stattdessen lächelte er gnädig über seine armseligen Gedanken. Eine Fata Morgana schien sie zu sein. Er durstete nach der Anwesenheit Anderer und plötzlich stand sie da.
Guten Tag, werte Unbekannte. Er war überrascht davon, wie klar seine Stimme klang, hatte er sich doch die letzten Tage immer wieder die Seele aus dem Leib zu husten versucht. Ich bin soeben erst angekommen. Zwar sind mir die Grenzen dieser Lande unbekannt, aber ich glaube, ich bin tatsächlich noch nicht sehr lange in dieser Gegend hier. Er senkte den Kopf ein wenig zur Begrüßung. Mein Name ist Aillén.


27.03.2015, 16:10
» Ephyra
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Aillén



Ephyra sah den Hengst wohlwollend an. Ihre Augen klar wie die Quelle, in der er nun stand, spiegelte sich die Stute im sanften spiel des Wassers.
Ihre Gedanken, davor wild umhertreibend, hatten endlich wieder einen Grund, sich zu focusieren. Lange war sie allein umhergestreift, hatte ihre Einsamkeit gewählt, da sie das Leben gelangweilt hatte. Nun wollte sie wieder nach vorne blicken, auf der Suche nach der Liebe und Geborgenheit, die sich die Stute so sehr wünschte. Anmutig stand sie am Rande des Wassers, während ihr Blick genüsslich am Körper des anderen Schimmels entlangstrich. Er war sicher einmal schön gewesen. Er schien stark gewesen zu sein. Und irgendwie nahm sie an, dass er das wieder werden würde, wenn er Zeit zu heilen hatte. Ob sie ihn dann noch immer sah? Wer wusste das schon, Ephyra am wenigsten. Der Grauschimmer, welchen sie durch das Regnerische Wetter hatte, machte der Stute nichts aus. Auch nass war sie wünderschön, eine Sache die sie immer hegte und genoss.
In diesem bewundernden Blick suhlte sich die Stute regelrecht. Ja er schien in Ordnung zu sein, hoffentlich würde er auch vom Charakter her annehmbar sein, sie hatte wenig Lust auf Machomäßige Trottel, die es hier zu genüge gab. Lang genug war sie inzwischen hier um das zu wissen. Ihre Augen immer auf ihn gerichtet, sprachen von Zärtlichkeit und liebkosten den Fremden Hengst.
Oh wie schön. Von woher kommst du, was ist dir widerfahren, dass du solch Wunden mit dir herumträgst. Ihre Stimme, sanft wie der Wind, strahlte dem Hengst entgegen. Fast Liebevoll wirkte die Stute, als sie ihre Mähne schüttelte und ihn weiter freundlich ansah.
Auch wenn sie schon lange hier war, genoss sie die Umgebung hier trotz des Wetters. Genussvoll sog sie die frische Luft ein, welche durch den Regen einen Feuchten Geruch des Winters nachtrug.
Ich bin Ephyra, freut mich sehr Aillén. Auch die Schimmelstute neigte leicht den Kopf, ohne ihn jedoch aus den Augen zu lassen. Ihre Aufmerksamkeit hatte er jedenfalls vollkommen, Gespannt wartete sie, ob sie seine Geschichte zu hören bekam, wie er so zugerichtet wurde.


27.03.2015, 16:37
» Aillén
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Ephyra



Sein Lächeln erstarb, als sie ihn so direkt auf seine Verletzungen ansprach. Er warf einen kurzen Blick auf seine verbrannte Hinterhand, den angesengten Schweif und warf den Gedanken das als kleine Nichtigkeit, als ein "Oh, ich bin wohl versehentlich gegen einen Baum gelaufen", abzutun sofort wieder. Das würde man ihm ohnehin nicht abkaufen und die Stute müsste schon sehr dumm sein, um sich damit abspeisen zu lassen. Ich komme aus dem Süden. Karges Land, sehr steinig und geradezu geizig zu denen, die dort zu leben versuchten. Er entschloss sich, die Frage schlichtweg zu ignorieren. Sollte sie damit ein Problem haben, würde er das auch überleben. So schön sie auch war, so fremd und unwichtig war sie aber auch noch für ihn. Ephyra ... , murmelte der Araber leise wiederholend vor sich hin. Das würde er sich schon merken können. Ephyra. Die Freude ist ganz meinerseits. Bist du denn auch auf der Durchreise oder kennst du dich in der Gegend hier einigermaßen aus? Sein Blick ruhte in ihrem und er war verwundert darüber, so viel Freundlichkeit darin zu sehen. Das war so ungewohnt, aber er würde sich zu gerne daran gewöhnen.


27.03.2015, 16:53
» Ephyra
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Aillén



Vorsichtig trat sie näher heran und stubste ihn sanft und zärtlich an. Natürlich hatte sie nicht damit gerechnet, eine Antwort auf ihre Frage zu bekommen, aber ihn so bekümmert zu sehen, wollte die Stute nicht. Solche Pferde gaben keine guten Partner ab, egal in welchem Sinne. Lass die Erinnerung daran dich nicht auffressen. Inzwischen war sie wieder einen höflichen Schritt zurückgetreten und sah ihn aus tiefen Augen an. Irgendwie hatte sie Mitleid mit diesem Tier. Vor allem schien er leider nicht der Typ Hengst zu sein, den sie aktuell brauchte oder wollte. Vorsichtig herangehen war für Ephyra derzeit nicht wirklich interessant, aber sie waren allein hier. Ich lebe schon seid einiger Zeit hier in diesem Tal. Kurz schweifte ihr Blick ab. Bald sollte sie wohl zur Herde zurückkehren, aber noch wollte sie das nicht tun. Ein Wind kam auf, ließ ihre Mähne fliegen. Ephyra schloss genüsslich die Augen, liebte den Geruch der Freiheit.
Es lässt sich hier aushalten, es gibt alles, was es zum Überleben braucht. Wieder hatte sie ihren Blick dem Gegenüber zugewandt.
Kurz dachte sie an sich selbst, als sie hierher kam, verscheute diese Bilder jedoch schnell wieder. Sie ließ sich nicht mehr von ihrer Vergangenheit beeinflussen, also dachte sie kaum mehr daran.


27.03.2015, 17:18
» Aillén
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Ephyra



Sie hatte zwar Recht. Doch. Ihre Worte gingen einen Ticken zu weit. Sicher meinte sie es nur gut und vielleicht war sie den Umgang mit solchen Problemen auch nicht gewohnt. Wer wusste schon, wie viel Erfahrung sie generell mit Artgenossen hatte? Bestimmt viel. Schau sie dir an, wer würde so eine Stute nicht ansprechen? Er lächelte flüchtig und ging nicht weiter darauf ein. Lass es einfach. Hör einfach auf damit. Es wollte nicht einfacher werde, so sehr er es auch betonte.
Oh, wie praktisch. Dann kannst du mir ja vielleicht sagen, worauf man hier besonders aufpassen solte? Oder welcher Ort in jedem Fall einen kleinen Abstecher wert wäre? Seine Mundwinkel zuckten kurz auf. Mal eben auf der Durchreise. Schauen wir uns doch an, wo man hier schön chillen kann. Ach, ist das schön. Was für ein Ausblick. Sei nicht so ernst, knurrte die Vernunft in ihm, erbost über seinen Spott. Das Wehleidige nervte ihn doch selbst. Aber so war es nun einmal. Das klingt doch schon mal gut. Ich hätte es auf den ersten Blick auch für ein fruchtbares, großzügiges Fleckchen Erde gehalten. Eines der letzten Paradise oder trügt der Schein?
War es vielleicht gut genug um hier zu verweilen? Würde er hier Anschluss finden können? Vielleicht wäre das tatsächlich seine Chance zum nicht einmal gesuchten Neuanfang.


27.03.2015, 17:43
» Ephyra
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Aillén



Die Stute wartete nur ungern. Nie ließ man sie warten, und sie hasste es.
Irgendwie wurde ihr gerade langweilig. Sie wusste nicht, inwieweit sie mit Aillén noch weiter kommen würde. Daher zuckte sie nur die Schultern. Kommt ganz drauf an, was für Vorlieben du hast, es ist hier ganz ok. Nicht unbedingt solltest du zu den Herdengebieten, einige davon sind nicht immer unbedingt freundlich Fremden gegenüber. Inzwischen klang sie leicht gelangweilt. Dieser Hengst war ihr viel zu verklemmt, und sie war nicht in Stimmung, ihn weiter zu verführen, zumindest aktuell nicht mehr.
Ihr Blick schweifte durch die Ruhige Umgebung, die sich trotz des schlechten Wetters malerisch abhob. Der Frühling kam langsam. Etwas worauf sich die Stute sehr freute.
Da sich die Kälte des Tages inzwischen langsam in ihre Knochen fraß, stieg die Stute in gebührender Entfernung selbst ins Wasser. Den Hengst beachtete sie absichtlich nur wenig, als sie genießerisch die Augen schloss, als sich die Wärme wieder in ihr ausbreitete. Ihre Muskeln entspannten sich, bevor sie mitbekam, wie verspannt sie gewesen waren. Zufrieden seufzte sie, ehe sie sich wieder dem Schimmel zuwandte. Stirnrunzelnd betrachtete sie die Verletzungen. Diese begannen bereits langsam besser auszusehen. Vielleicht lag es aber auch nur an ihrer Einbildung, wer wusste das schon.
Paradies? Wie mans nimmt. Es gibt hier genug Gefahren, vor allem auf Vier Beinen, oder auch Hufen. Wieder zuckte sie die Schultern. Aber es lässt sich hier aushalten, wenn man nicht dumm ist. Die letzten Worte sprach sie in einer Überheblichkeit aus, die dafür sprach, dass die Stute um ihre Reize und Vorteile wusste.


27.03.2015, 18:23
» Aillén
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Ephyra



Bildete er sich das nur ein oder hatte er sie verstimmt? Das anfänglich doch sehr freundliche, fast aufreizende Verhalten der Stute schien sich zurückzufahren und sie wirkte gelangweilt. Fast hätte ihm das einen leichten Stich verpasst. Du Idiot! Wobei ... nein. Er war nicht für ihre Unterhaltung zuständig. Dennoch fühlte er sich unwohl bei dem Gedanken, die erste Artgenossin seit Tagen gleich verstimmt zu haben. Meine Vorlieben? Vermutlich langweilig harmlos. Ich wünsche mir etwas Gesellschaft, den Schutz einer Herde und die Möglichkeit, in dieser vielleicht Verantwortung zu übernehmen. In meiner Heimat war ich als Krieger ausgebildet worden. Es war dort selten notwendig und meine Ausbildung war vielleicht auch nicht allzu gut, aber es wäre dennoch Verschwendung an Potenzial, sollte ich nie zum Einsatz kommen können. Er grinste und verdrehte zugleich die Augen über seine Aussage um noch deutlicher zum Ausdruck zu bringen, wie wenig ernst er sich in diesem Augenblick nehmen konnte. Was gibt es denn hier für Herden? Bist du Teil von einer oder entspricht keine davon deinen Vorlieben?
Ihre Bemerkung zu den Gefahren ließ ihn noch einmal aufhorchen. Es war doch sehr praktisch, dass ihre Wege sich gekreuzt hatten und sie ihm Informationen zu dem Land nennen konnte. Vielleicht lag das auch an ihrer direkten Art. Eine Sache, die er für gewöhnlich zu schätzen wusste. Nur aktuell waren seine Wunden noch zu frisch um eine Fremde darüberlecken zu lassen ... Das klingt machbar. Wie ist es dir bisher in diesem Land ergangen? Konntest du ihnen ausweichen oder trotz Konfrontation davonkommen?


27.03.2015, 18:42
» Ephyra
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Aillén



Je mehr sie sich in der angenehmen Temperatur der Quellen entspannte, desto gelöster wurde auch wieder ihre Stimmung.
Eine Zeit lang schweig sie, blickte ohne Gedanken in die Ferne, während das Wasser um sie herum sich leicht kräuselte. Ihre Herde... sie war in letzter Zeit kaum dort gewesen, andererseits war es auch nicht wichtig für sie, zumindest jetzt.
Krieger werden glaube ich überall aufgenommen. Solche sind rar, vor allem wenn sie nicht nur blutjunge Anfänger sind, die sich für was besseres halten. Ephyra schätze den Hengst nicht mehr so jung ein, vielleicht etwa in ihrem Alter, daher kein Kind mehr, das leichtfertig etwas sagte. Das nahm sie zumindest an. Es gibt die Friedfertigen Alacres Pacem. Die Corvus Corax, die sind etwas eigenartig, man sagt ihnen Magie nach, ob das stimmt weiß ich leider nicht. Die Adoyan Enay kenn ich am wenigsten, die sind zwar nicht wirklich gut oder böse, aber auch einfach anders... ich traue ihnen nicht wirklich. Sie zuckte die Schultern. Und die Gaistjan Skairae. Der Herde gehöre ich an. Wir wollen, dass das Tal uns gehört. Eine ziemliche Verharmlosung, aber wen interessierte das schon? Ihre Stimme hatte wieder einen schmeichelnden Ton angenommen.
Inzwischen war sie mit ihrer Aufmerksamkeit wieder ganz bei ihrem Gegenüber. Eine Melancholie erfasste sie, bevor sie diese wieder abschüttelte. Wieder änderte sich ihre Stimmung, als sie ihren Hals leicht wölbte, was sie noch besser aussehen ließ. Ihre Mähne schwamm wie ein weißer Teppich sanft im Wasser.
Alles ist machbar, also auch das überleben, selbst wenn man allein ist. Diesmal klang ihre Stute gleichgültig.


27.03.2015, 19:03
» Aillén
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Ephyra



Ihre Worte veränderten das Bild, das er bisher von der jungen Schönheit hatte. Natürlich war sie schön. Wunderschön. Bezaubernd, liebreizend, atemberaubend. Doch ihrem Sprechen schwang mehr mit. War es seine Überraschung darüber, dass es hier so viele Herden gab, die seinen Blick trübte? Waren es ihre fast bedrohlich klingende Bemerkung in Bezug auf die eigene Herdenzugehörigkeit? Vielleicht aber auch der Unterton der letztgesprochenen Worte.
Ich weiß, was ich kann und ich weiß, woran ich arbeiten sollte. Ein krächzendes Husten musste ausgerechnet in diesem Moment an seiner Glaubwürdigkeit kratzen. Grimmig blickte er zu Boden, dann zu seiner brennenden Wunden. Dann wieder zu Boden. Aktuell bin ich nicht in bester Verfassung, aber ich hoffe, dass man darüber hinwegsehen kann. Wie viel Konfliktgefahr gibt es denn bei so vielen Herden in diesem Tal? Ihre Sätze halten in seinem Kopf nach. Wir wollen, dass das ganze Tal uns gehört. Das konnte alles heißen. Und nichts. Strategischer, berechtigter Egoismus oder faschistoides, psychopathisches Allmachtsbedürfnis? Ist sie der Typ Stute, der sich irgendwelchen Wahnsinnigen an den Hals werfen und für sie in den Tod gehen würde? Oder suchte sie nur den Schutz derer, die sie sonst vielleicht in Grund und Boden rammen würden? Der Gedanke daran, dass ihr jemand ein solches Leid zufügen könnte, versetzte ihm einen leichten Stich. Ich würde das Leben in einer Herde dem bloßen Überleben gegenüber vermutlich bevorzugen. Ich bin nicht für das Alleinsein geschaffen.. Sein Blick ruhte auf ihrem makellosen Körper und er fasste sich ein Herz. Sie hatte es zuvor auch gemacht. Warum sollte sie es jetzt nicht mehr wollen? Seine Nüstern stupsten kurz an ihre Schulter. Warst du denn schon sehr lange allein?


27.03.2015, 19:26
» Ephyra
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Aillén



Ephyra musste innerlich grinsen. Sie wusste, wie gut sie aussah, das einige ihr gern verfielen. Und noch mehr unterschätzten die Stute. Nein sie war kein Kämpfer, aber doch klug genug um zu überleben.
Die Stute sah in Aillén den Krieger, der er mal gewesen war. Friedlich war es dort? So sah der Hengst jedoch nicht aus, nicht mit diesen Wunden am Körper. Aber sie kannte seine Geschichte nicht, doch diese wollte sie noch herausfinden. Zärtlich sah sie ihn trotz des Hustens an. Er war krank - ein Zustand, von dem die Schimmelin nicht glaubte, dass er länger anhalten würde. Sein Körper war kräftig, trotz der Wunden, die ihn übersähten. Kurz dachte sie über seine Frage nach. Noch gehen sich die Herden größtenteils aus dem Weg, aber wer weiß schon, wann es das erste Mal zum größen Kampf kommt. Sie zuckte wieder nur kurz die Schultern. Sie machte sich darüber lustigerweise kaum Gedanken. Immerhin war sie in einer starken Herde, auch wenn sie sich dort nicht so oft aufhielt. Kurz dachte sie über ihre eigene Einsamkeit nach, Doch so lang war sie nie allein gewesen. Oft waren Hengste bei ihr, die sie sich hielt.
Dann such einer der Herden auf, der du dich anschließen willst und bitte um Aufnahme. Leicht glitt ihr Körper durch das Wasser auf den Hengst zu, betörend wandte sie sich an ihn. Sie wollte ihn. Das sicher. Aber ob er auch für die Herde taugte? Wer wusste das schon. Faithless würde das Regeln, es ging sie auch gar nichts an.
Ihr Blick wurde durch seine letzten Worte hart.
Ich bin oft allein gewesen ja. Genauer drückte sie sich nicht aus.
Sanft begann sie, an seinem Mähnenkamm zu knabbern, um sich abzulenken.


27.03.2015, 20:08
» Celos


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Liesel, das Double

Da sein Kopf schon wieder anfängt zu brummen, verschiebt der Braune sämtliche Überlegungen nach hinten. Wahrscheinlich hatte er sich auch nur getäuscht und ihre Augen hatten sich gar nicht verändert - obwohl, dessen ist er sich merkwürdigerweise sicher. Als hätte jemand ihr die Augen ausgenommen und durch neue ersetzt, schwarz wie die Nacht. Merkwürdig, aber wohl zunächst nebensächlich - er würde sie später fragen. Oder vielleicht lieber nicht? Eben diese Augen mustern ihn jetzt misstrauisch, fast herablassend, dessen ist er sich sicher, wenn er auch sonst nichts in ihnen lesen kann. Umso eifriger bemüht er sich, ihre Frage zu beantworten. "Oh, ja, sich-, nat-, aber ja doch", stammelt er, während vor Aufregung seine Zunge über die eigenen Worte stolpert. Einatmen, ausatmen, ruft er sich selbst ins Gedächtnis. Das hatte seine Mutter früher immer lächelnd gesagt, wenn er völlig außer Atem vor ihr gestanden hatte und ihr von seinen Heldentaten erzählt hatte - allen gleichzeitig natürlich! Nachdem er sogar zweimal tief Luft geholt hat, setzt er seine Erklärung fort. "Ja, natürlich kennen wir uns. Wir haben uns an der Quelle getroffen." Atmen. "Dann ist ein Gewitter aufgezogen, und wir haben nach Schutz gesucht", beendet er seine kurze Ausführung, wobei er großzügig darüber hinweg sieht, dass er keinen blassen Schimmer hat, was danach passiert ist. Sein Schwächeanfall war schon peinlich genug, ansonsten hätte er ihr natürlich zu Hilfe eilen können. Und dann wäre sie sicher nicht so übel zugerichtet worden. Erst als sie sich von ihm abwendet, wird er auf ein Detail aufmerksam, dass ihm vorher entgangen war. Sie hatte ihn hier gefunden, bewusstlos. Das kann nicht sein. Nein. Sie waren zusammen gegangen, oder? Er hatte das nicht bloß alles geträumt, nein, so alt war er nun auch wieder nicht, und auch nicht so verrückt. Wenn sich auch nicht viel hinter dem Stern auf seiner Stirn verbarg, seine sieben Sachen hatte er bisher immer beisammen gehabt. Verwirrt blinzelt er der Weißen hinterher, und hätte über einem Kopfschütteln - er musste aufhören, immer so kompliziert zu denken! - fast ihre Antwort überhört. "Hingefallen?", wiederholt er ihre Worte, und schon sein Tonfall macht deutlich, dass er weit davon entfernt ist, ihr zu glauben. "Glaub ich dir nicht", ergänzt er allerdings dessen ungeachtet. Noch einmal versucht er, sich aufzurappeln - seine Kehle ist schon ganz ausgedörrt, außerdem will er ihr wieder in die Augen sehen können. Auch wenn er nicht weiß wieso, er hat das Gefühl, dass der Schlüssel zu all diesen Unstimmigkeiten darin liegen muss. Wenig graziös und unter großen Anstrengungen kann er sich in den Stand hieven. Mehrmals ist sein linkes Bein unter ihm weggebrochen, bevor er schwankend auf drei Beinen steht, bis zum Bauch in Schlamm bedeckt. Alles um ihn herum dreht sich, und am liebsten würde er sich wieder hinlegen. Eigentlich, denkt er, waren die Schmerzen gar nicht so schlimm gewesen. Wenn er sich nur ein wenig ausruhen würde, würde die Wunde sicherlich von selbst heilen! Doch so sehr er sich auch am liebsten seinem inneren Schweinehund ergeben würde, er weiß, wenn er jetzt nicht stehen bleibt, steht er nie wieder auf. Also unterdrückt er den Drang und humpelt umständlich näher ans Wasser - nicht ohne immer wieder kleine Verweilpausen einzulegen. Schwer atmend betrachtet er schließlich ihrer beiden Spiegelbilder - die Stute neben ihm scheint vollkommen verloren darin, als wäre sie sich seiner Anwesenheit gar nicht mehr bewusst. "Leorah?", fragt er vorsichtig, zögernd, weiß nicht, ob er sie überhaupt aus der Traumwelt wecken sollte, in der sie sich offenbar befindet.


Wörter: 716

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Aufgaben


1. Spiele für einen Tag ein Hundevieh, und du darfst nur wie ein Hund sprechen also nur Knurren, Bellen && Beißen. » Vroni? Hrrrn.

2. Bringe die nächste Person mit den flachsten Flachwitzen (Schwarzer Humor ist auch erlaubt!) zum Lachen. » Ich hasse dich, Vroni! ;D
06.04.2015, 01:44
» Liesel
engelstod.

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Celos


Ihre Nüstern blähten sich, als der metallische Duft von Blut die Luft schwängerte. In diesem Tal war so viel Schlimmes passiert, das konnte man mit der bloßen Zunge im Wind schmecken. Und ihr wurde beinahe ganz schwummrig, wenn sie versuchte auch nur den Hauch dessen zu begreifen, was hier vor sich ging. Sie hatte schwere Gedächtnislücken, soviel stand fest. Aber den Braunen, den kannte sie nicht - oder? "Wir... wir haben uns noch nie getroffen." murmelte sie leise, während ihr Selbstbewusstsein weiter den Bach runter ging. "Oder?" fügte sie mehr als nur kleinlaut hinzu. Was, wenn sie einander doch kannten? Liesel konnte sich schließlich kaum an etwas erinnern. Allein Rudi geisterte ihr immer wieder durch den Kopf, dicht gefolgt von Raphael. Da beide tot waren, spielte das jedoch jetzt gar keine Rolle. Der Braune vor ihr war nämlich alles andere als tot, wirkte jedoch so angeschlagen, dass es durchaus bald der Fall sein könnte. "Ich... ich weiß nicht genau, was mit mir passiert ist, okay?" fauchte sie dann doch, als er sie des Lügens bezichtigte. Nun gut, sie wusste ja nicht richtig was passiert war. Sie wusste nur, dass sie blutverschmiert neben der Leiche eines unsterblichen Wesens erwacht war.

Na schön, auf bloßes Hinfallen deutete das nun nicht unbedingt hin. Aber wer weiß?! "Leorah?" Liesel blickte dem Fremden nun direkt in die Augen und erkannte eine Spur von Hilflosigkeit, die ihr das Herz weicher werden ließ. Wahrscheinlich gehörte er tatsächlich nicht nun jenen, die ihr wahrscheinlich nachstellten. "Ich heiße Liesel und nicht Leorah." Flüsterte sie, als sie ein bisschen näher trat und ihn genau betrachtete. Was war dem Hengst denn bloß geschehen und was ging - ganz allgemein betrachtet - in diesem verdammten Tal vor sich? Erzengel starben, sie hörte Stimmen im Kopf und der Knabe hier hielt sie für eine Stute, die sie nicht einmal kannte. Die Tränen schossen ihr wieder in die Augen, einmal mehr wurde ihr bewusst dass sie ein zweites Mal in ihrem Leben alles verloren hatte: Familie, Liebe und Heimat. Sie stand wieder vor den Trümmern ihres eigenen Lebens und musste sich nun durchbeißen, leben lernen. Doch wer, wenn nicht sie, konnte ein solches Unterfangen überhaupt durchstehen? Liesel mochte ein zierliches Stütchen sein, kaum wahrnehmbar. Doch sie war stark. Stärker, als man ihr je zutrauen würde.


Wörter: 409

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13.04.2015, 14:22
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Liesel, die schlechte Lügnerin

Immer wieder hallte ihr Satz in seinem Kopf wider. "Wir haben uns noch nie getroffen." Einer von ihnen beiden schien nicht ganz bei Verstand zu sein, doch Celos war sich momentan nicht einmal sicher, wer. Fest stand, er hatte eine beachtliche Erinnerungslücke, vielleicht hatte er dabei auch einen Schlag auf den Kopf bekommen? Oder vielleicht war er auch gar nicht wach, und dies alles nur ein Traum. Er wusste, nichts von alledem war wahr. Dass er wach war, daran erinnerte ihn immerfort der Schmerz in seinem Bein. Und obwohl sein Kopf brummte, es war eins dieser verteufelten Pochen, welche irgendwo im tiefsten Inneren seines Schädels entstanden und sich langsam, wie ein Virus, in ihm ausgebreiteten, und bestimmt nicht von einem Zusammenprall stammen konnte. Stumm betrachtete er das Spiegelbild Leorahs neben ihm. Nein, sie ist nicht verrückt. Er wusste, würde er es sich nur lange genug einreden, so würde genau dies auch zur Wahrheit werden, und sein Gefühl, diese schreckliche Unsicherheit, übertrumpfen. Dies war kein Platz für Zweifel. Sein kleiner Gedankenspaziergang endete abrupt. Die sanfte, erschöpfte Stimme, in der sie zuvor mit ihm gesprochen hatte, war verflogen. Stattdessen wirkten ihre Worte angriffslustig, allerdings... auf eine gewisse Art auch defensiv. So als hätte sie ein Geheimnis, das er berührt hatte, ohne es zu wissen. Kurz taumelte der Braune, dann fand er seinen Stand wieder. Breitbeinig, sodass sich seine Hufe nun immer tiefer in den Uferschlamm gruben. Langsam, fast wie in Trance, hob er daraufhin den Kopf, starrte die Stute vor ihm jedoch nur mit einem ausdruckslosen Gesichtsausdruck an. Sie war wohl wütend, ja, so viel bekam er noch mit, aber ihre Worten konnte er einfach ausblenden, ein zaghafter Versuch, die harte Realität auszusperren. Er wusste nicht genau, was er falsch gemacht hatte, aber er wollte es auch gar nicht wissen. Er würde jetzt so tun, als höre er ihr zu, und sie dann später mit seinem Charme versöhnlich stimmen. Als sie jedoch ihren Namen aussprach, schnellten seine Ohren nach vorne. "Leorah." Fast schon hätte er über sich selbst gelacht, wie schnell er doch auf diese zwei Silben reagierte. Aus welchem Grund auch immer - denn es war sicherlich nicht bloß der Geruch von Rosse, der in der Luft lag, sondern noch etwas anderes - fühlte er sich zu der Stute ihm gegenüber seltsam angezogen. Mehr als von dem Großteil ihrer Art zuvor. Ihre Blicke trafen sich, und zum ersten Mal waren die Augen seines Gegenübers nicht ganz so leer wie zuvor. Nein, jetzt konnte der Hengst seine eigene Verwirrung in ihnen gespiegelt sehen, neben etwas anderem - es gelang ihm jedoch nicht, diesen zweiten Ausdruck einzuordnen. Und plötzlich stand noch etwas Zweites zwischen ihnen im Raum, wie eine Wand, die sich langsam aufbaute. "Ich heisse Liesel und nicht Leorah." Verständnislos blickte Celos die Schimmelstute an, wartete darauf, dass sie das Ganze als Scherz enttarnt. Nichts dergleichen geschah jedoch. Stattdessen trat sie näher, sah ihm in die Augen, und er war sich sicher: sie konnte ihn lesen wie ein Buch, für sie war es kein Geheimnis, was er dachte. Selbst wusste er es nicht. Nicht die leiseste Ahnung, was er von der ganzen Situation halten sollte, davon, dass er scheinbar verrückt geworden war. Er musste sich das vorherige Gespräch ausgedacht haben, ja, sogar eine ganze Identität. Leorah existierte nicht, stattdessen hieß die Schönheit vor ihm Liesel, und, wenn er es sich näher überlegte, hatte sie auch immer weniger mit seiner Illusion gemeinsam. Der Blick der Stute glitt über seinen Körper, taxierte ihn. Vermutlich versucht sie einzuschätzen, ob du gefährlich bist, alter Mann. War er das denn? Gefährlich? Wohl kaum, aber er hatte es bis vor kurzem auch nicht für möglich gehalten, dass er unter die Verrückten gegangen war - dementsprechend wenig vertraute er seiner eigenen Selbsteinschätzung. Zu welchem Schluss sie auch gekommen sein mochte, sie zeigte es nicht. Weder Angst noch Mitleid stand in ihrem Blick, stattdessen waren ihre Augen wieder dunkler geworden. Mit Erschrecken stellt er fest, dass sie mit den Tränen kämpft, und könnte sich im nächsten Moment für seine Worte bestrafen, klingen sie doch so kindlich und wenig maskulin. Er hätte sie anstupsen, vielleicht sogar vorsichtig beknabbern können. Eines dieser sinnlosen Gespräche anfangen können, die man gleich wieder vergaß, die aber irgendwie ihren eigenen Charme hatten. Vielleicht wäre er sogar besser im Wasser verschwunden, um sie mit ihren Gedanken für einen Moment alleine zu lassen. Alles wäre besser gewesen als die beiden Worte, die jetzt in den Blättern hingen: "Nicht weinen."


Wörter: 864

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Aufgaben


1. Spiele für einen Tag ein Hundevieh, und du darfst nur wie ein Hund sprechen also nur Knurren, Bellen && Beißen. » Vroni? Hrrrn.

2. Bringe die nächste Person mit den flachsten Flachwitzen (Schwarzer Humor ist auch erlaubt!) zum Lachen. » Ich hasse dich, Vroni! ;D
26.04.2015, 03:33
» Ephyra
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Aillén



Ephyra stand einige Zeitlang noch ruhig mit dem Hengst da, ließ ihn weiter über ihre Worte nachdenken, ehe sie sich zu fragen begann, was sie nun tun sollte. Zwar fand sie den Hengst durchaus interessant, doch langsam wurde ihr einfach langweilig. Die Stute ließ ihren Blick nochmals über den Schimmelhengst schweifen, ehe sie begann sich abzuwenden. Naja wie auch immer. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück bei deiner Suche nach einer Herde. Und das du dort findest, was du dir erhoffst. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder, ich muss weiter.
Sie wandte sich nun vollends ab und trabte gemächlich davon. Ihr Schweif war erhoben, um nicht unnötig dreckig zu werden, während sie einfach ging. Zwar war er keine unangenehme Gesellschaft, aber ihr war die Lust vergangen und so war sie gegangen. Wohin sie nun gehen wollte wusste sie nicht. Vielleicht zurück zu ihrer Herde, oder aber irgendwoanders hin. Sie ließ sich einfach treiben, ohne spezielles Ziel, während sie darauf achtete, möglichst wenig Schlamm abzubekommen, welcher aufgrund des vielen Regens von oben immer tiefer in ihr Fell einsog. So ein scheußliches Wetter, wieso musste es immer so schlecht sein?

-> Wasserfall


20.05.2015, 00:37
» XIA
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Khan smilie



Tatsächlich, das Knacken war nicht von einem umher irrenden Wildtier ausgegangen. Viel mehr ging es dabei um einen stattlichen Hengst, definitiv ein Prinz, oder ein Monarch. Aufrechte Haltung, elegante Schritte und das klirren seines edlen Schmuckes verrieten ihn. Doch der Rappe beobachtete ihn nur aus dem Augenwinkel, konnte seine genauen Züge nicht wirklich erkennen. Seelenruhig fraß er weiter, ignorierte dabei den Wunsch sich aufzurichten und den anderen in seine Fänge zu ziehen. Er wollte ihn haben, wie all die anderen. Ihn in ein Netz aus Verführung und Lust wickeln, bis er nicht mehr wusste wer er eigentlich war. Xia würde sich ihm hingeben, mit einem diabolischen, nicht deutbaren Lächeln auf dem Antlitz und dann... Dann würde er dieses wunderbare Gefühl erleben. Wie das Leben langsam aus seinem Partner gesogen wurde, wie er zusehends stärker wurde und sich lebendiger fühlte, als sonst in seinem Leben. Dieses Mal musste er nicht einmal seine sirenenhafte Stimme erheben, um den Fremden anzulocken. Ein feixendes Grinsen huschte über seine Lippen, doch er wischte es sich so schnell vom Gesicht, wie es gekommen war. Seine Glieder zuckten vor Aufregung und der hübsche Hengst war kurz davor aufzublicken. Doch er wollte noch ein wenig warten, nur noch ein wenig... Schließlich stand der Fremde genau vor ihm. Xia spürte den brennenden Blick und in einer einzigen edlen Bewegung hob der Rappe den Kopf und sah seinem Gegenüber entgegen. Er konzentrierte sich dabei nur auf die Augen des Hengstes, sah nichts außer diese Tiefen, in welche er bald schon eindringen würde. Er würde ihn verzaubern, an sich binden und ihn Blut lecken lassen. Er würde süchtig werden. Süchtig nach seiner Nähe und Zuneigung und dann würde er ihn töten. "Siehst du etwas, was dir gefällt?" fragte er mit einem spitzbübischen Grinsen. Doch die Worte waren frei von jeder Feindseligkeit oder Arroganz. Niemand musste von Anfang an wissen, wie sehr er die gesamte Welt hasste. Xia riss sich von den tiefgründigen, dunklen Augen los und betrachtete den Rest seines Gegenübers, verspannte sich in diesem einen Augenblick sofort. Von allen, die ihm über den Weg hätten laufen können, war es ausgerechnet er? "Khan!?"

Der hübsche Rappe fühlte sich sofort in andere Zeiten zurückversetzt. Ein Schloß ragte in seinen Erinnerungen vor ihm auf, mit prächtigen Vorhängen und Dächern, die sich bis in die Wolken hinauf streckten. Wie gern hatte er sich in dieses Gebiet begeben, um Khan, seinen besten Freund zu sehen? Etliche Male. Das gemeine Volk durfte sich in der Regel nicht im, oder auch nur in der Nähe des Palastes aufhalten, doch aufgrund ihrer engen Freundschaft war ihnen genau das gestattet worden. Plötzlich kam es dem Rappen vor, als sei es gestern gewesen. Sie beide tobten durch den Palast, glockenhelles Lachen erfüllt die Gemäuer und zauberte jedem ein kleines Lächeln aufs Antlitz. Wer schaffte es auch, gegenüber glücklichen Kindern eine kalte Miene aufzusetzen?
Xia hatte sich immer wohl gefühlt. Vor allem bei Khan. Sie waren wie die zwei Teile eines Ganzen, hatten nahezu telepathisch Gespräche führen können und hatten sich selbst immer wieder dazu angetrieben, an sich selbst zu arbeiten. Für Xia war es etwas einzigartiges, wunderbares gewesen. Bis zu diesem einen Tag an dem sich alles verändert hatte. Er war nun anders, unnatürlich. Nach wie vor sterblich, aber trotz allem eine Kreatur, vor welcher man sich fern halten sollte. Xia schluckte laut versuchte die Unsicherheit die er empfand nicht auf seinem Gesicht zu zeigen. Doch es misslang ihm vermutlich. Er hatte dem Hof gehört. Erst nach seiner Flucht und nach seinem Erwachsenwerden, wurde ihm klar, was vielleicht mit ihm hätte passieren können. Er war hübsch und begabt, vermutlich sogar begehrenswert. Die Leute des Palastes waren nicht grausam gewesen, aber sie hatten für jeden einen Platz gehabt. Und Xia fröstelte bei dem Gedanken, welchen Platz er wohl gehabt hätte. Jedoch hätte er nicht lange so verweilen können, schließlich lag ein tödlicher Fluch auf ihm. Es hätte sich herum gesprochen. Und im Endeffekt war Xia nach wie vor die Schlampe zu welcher er geboren worden war. Fast hätte er bitter gelächelt, aber er versuchte erneut, Kontrolle über sich zu gewinnen. Fast hätte er sich an Khan vergangen. Khan, Jemanden dem er mehr verdankte, als irgendjemandem sonst auf der Welt. Auch wenn er ihn nun vermutlich hasste und verachtete, aufgrund seiner kopflosen Flucht. Vielleicht hätte er seinem Freund damals etwas davon erzählen sollen. Aber wie denn? Und wie hätte er die Situation erklären können? Er hatte es ja nicht einmal selbst verstanden.

"Du... Was..." Xia wollte etwas sagen, irgendetwas, um die unangenehme Stille zu durchbrechen, doch er konnte einfach nicht. Ihm fiel nicht ein, seine Zunge war auf einmal viel schwerer und er fing an zu schwitzen und zu zittern.
"Solltest du nicht beim Palast sein?" hauchte er schließlich. Andere wären sich vielleicht um den Hals gefallen, hätten gejauchzt vor Freude, sich endlich wieder zu sehen, doch Xia war aus einem guten Grund fortgelaufen. Nicht nur aus Angst vor sich selbst, sondern auch aus Angst, jenen etwas zu tun, die er liebte. Und vor allem Khan war Jemand, den er nicht in seiner Nähe haben wollte. Nicht wenn er zu einer solchen Bestie geworden war. "I-Ich... Das... Wow." Anders konnte er es einfach nicht ausdrücken. Er war zu überwältigt von vergangenen Erinnerungen und von den einstürmenden Gefühlen, als das er einen sinnvollen Satz zusammengebracht hätte. Gerne hätte er ihn näher betrachtet, doch er traute sich noch nicht einmal richtig ihn anzusehen. Zu groß war die Angst vor Missbilligung und Verachtung. Trotz allem gab er sich einen Ruck, schluckte schwer und zwang sich dazu aufzusehen. Was Khan wohl jetzt gerade in ihm sah? Einen Verräter? Einen von tausend Gevolksleuten, die geflohen waren? Oder vielleicht doch noch einen Freund? Sah er vermutlich sogar die ästhetische Gestalt, die so viele in ihm erkannten? Xia wagte nicht einmal in diese Richtung zu denken.
"Wie... Wie geht es dir? Es ist lange her..." Was natürlich eine absolute Untertreibung war und das wussten sie vermutlich beide. Doch jetzt ließ Xia seinen Blick über Khan huschen. Er war erwachsen geworden, hatte sich in einen stattlichen, jungen Hengst verwandelt. Und er überragte ihn doch tatsächlich. Xia war immer stolz auf seine langen Beine gewesen, doch allem Anschein nach, würde er doch ewig kleiner sein, als sein früherer Freund.


20.07.2015, 17:41
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Stillreich » Das Tal » Die verwunschene Quelle #2
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