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Rabenfeder » 03.01.2019, 17:59 » Herdenplatz CC #1

Seelendieb & Seelenfeder


Das erste Mal, gibt es für jegliche Situationen, welchen man sich nicht entziehen konnte. Man kann sich nicht darauf vorbereiten, sondern wird von ihnen einfach überrollt. Es gibt schöne, und weniger schöne Momente, aber man sollte alle im Herzen wahren. Die Reaktion ihrer Tochter war nicht unbegründet und Rabenfeder war sich dessen bewusst, aber sie hatte die junge Hexe noch nie in dieser Rage gesehen. Meist legte die Stute ein ruhiges, gar sanftmütiges Wesen an den Tag, aber irgendwann würde der Moment kommen, an dem sich alles ändern würde. Der Tag war gekommen und Rabenfeder hätte es in dieser Intensität nicht erwartet. Seelenfeder verstand es nicht, was das beste Wohl für sie wäre, wenn Dieb sie unterrichten würde. Wie auch, sie die Wahrheit nicht kannte, und die Bedenken einer fürsorglichen Mutter nicht verstand. Aus sanften Augen sah Rabenfeder ihre Tochter an, wollte die angespannte Situation nicht in den Himmel treiben, oder gar gen Hölle. „Nein, dazu habe ich nicht das Recht, aber ich möchte nur, dass die Magie dich nicht beherrscht.“, antwortete die Gescheckte, behielt die aufgebrachte Tochter in ihrem Blickfeld und blendete die Umgebung für einen Moment aus. Das innige Band zwischen Mutter und Tochter sollte keinen Riss bekommen, gar in zwei Teile zerrissen werden. „Dann, werde ich dies akzeptieren müssen, wenn du dich dagegen entscheidest.“ Rabenfeder wollte der Rappin sicherlich nicht zu etwas zwingen, auch, wenn dies der Anschein war. Nein, sie wollte nur das Beste, was eine Mutter für ihre Tochter wollte. Das Leben zu zweit, in der weiten Welt war nicht immer einfach gewesen, vor allem, wenn der Körper mit magischem Blut durchflutete wurde. Ihre Wege hatten sich nie getrennt und Seelenfeder hatte nie das Bedürfnis geäußert einen eigenen Weg einzuschlagen. War nun die Zeit gekommen? Wurde sie langsam flügge? Und wollte sie überhaupt in einer Herde ihre Heimat finden?

Erleichterung nahm ihr die zarte Angst etwas Falsches getan zu haben, dass sie den Herdenplatz betreten hatte. Vertrau mir. Wem konnte sie trauen, wenn nicht Dieb? Sie vertraute ihm, seinen Worten. Sie wollte an seine Seite treten, ihm nicht nur eine Hilfe, sondern mehr sein. Tief in ihrem Inneren wollte Rabenfeder immer eine Familie, ihre Familie gründen. Unbewusst hatte sie es getan, und Dieb im Unwissen gelassen. Vielleicht war dies ein Fehler gewesen, welchen sie jeden Tag bereute, wenn sie in die Augen ihrer Tochter blickte. Sie konnte es nicht mehr rückgängig machen, nur die Wahrheit aussprechen und auf das Beste hoffen. Hoffen, dass Dieb ihr nicht böse war, sie aus dem Tal schicken würde. Zuerst wollte Rabenfeder, dass der stattliche Friese sein Schicksal als Vater akzeptierte, wie viel ihm an der Beziehung zu seiner einstigen Schülerin lag, würde die Zeit bringen.
Die gescheckte Stute wollte erneut die Stimme erheben, ihrer Tochter deutlich machen, warum Dieb ein guter Lehrer war. Vielleicht noch nicht die Wahrheit, dass sich in ihr zwei Magien verbinden, oder gar bekämpfen würden. Rabenfeder beherrschte die weiße Magie ziemlich gut, konnte ihr Wissen weitergeben, aber Dieb war der Meister der schwarzen Magie, wie er ihr vor Jahren bewiesen hatte. Die Worte blieben in ihrem muskulösen Hals stecken, als die maskuline Stimme des Friesen sich an ihre Tochter wandte und erklärte, was auf die junge Stute zukommen würde. Während er sprach, waren die sanften Augen auf das Antlitz des Hengstes gelegt, wollte sie jede Sekunde einfangen und für immer in ihrem Herzen gefangen halten. Oh Dieb, warum habe ich dich jemals verlassen? In diesem Anblick konnte Rabenfeder immer versinken, egal in welchem Moment ihres Lebens. Dankend nickte sie dem Rappen zu, als dieser geendet hatte, um ihrer – seiner – Tochter zu erklären, was er ihr beibringen würde. Nun, lag es an der jungen Stute für was sie sich entscheiden würde. „Ich lasse dir die Wahl, mein Kind, und möchte dich zu nichts zwingen.“ Egal, ob sie es verstand oder nicht, es wäre besser für Seelenfeder die Lehrstunden des Meisters zu besuchen.
Rabenfeder » 10.10.2018, 21:15 » Herdenplatz CC #1

Seelenfeder & Seelendieb



Die Stille löste sich aus dem Körper ihrer Tochter, welche nicht mehr schweigen konnte. Es war Seelenfeder nicht zu verübeln, wenn sich ihre Mutter mit einem fremden Hengst unterhielt und diesen bereits aus früheren Tagen kannte. Sie war neugierig, versuchte den Sinn der gewechselten Worte zu erfassen, welche sich sogar auf sie selbst bezogen. Im Moment stand Seelenfeder im Mittelpunkt, weil ihre Mutter dies alles für ihre Tochter tat, um ihr ein angenehmes Leben zu verschaffen; in der Mitte einer Herde, welche sie schon bald ihre Heimat nennen würde. Die gescheckte Stute wandte kurz den Blick von Dieb, sah liebevoll in das fragende Gesicht ihrer Tochter, deren Augenpaar zwischen den beiden Pferden hin und her huschte. „Doch, ich habe dir sehr viel beibringen können, aber Seelendieb.“ Die Stute nickte in die Richtung des großen Rappens vor ihr, während sie sanft lächelte, „wird es noch verfeinern.“ Eine Ausrede, weil die Wahrheit in diesem Moment nicht angebracht war. Rabenfeder wollte ankommen, sie an ihr Umfeld gewöhnen und, wenn die Zeit gekommen war mit Dieb über ihre gemeinsame Tochter reden. Verfeinern. Nein, es war nicht das richtige Wort. Durch den Körper von Seelenfeder flossen zwei Energien, weil sie die Summe zweier magischer Wesen war – welche unterschiedliche Magien besaßen. Die gescheckte Stute konnte nicht wirklich einschätzen, wie sich die dunkle Magie von Dieb in dem Körper ihrer Tochter entwickeln würde. Vor Jahren hatte sie selbst Unterricht bei dem Rappen genommen, und ein wenig mehr. Der Gedanken verursachte ein wohliges Gefühl in ihrem Herzen, erinnerte sich die Stute nur allzu gerne an die Zeit zurück; allein mit Dieb. „Wir kennen uns von früher.“, erklärte sie ihrer Tochter, blickte dieser in das dunkle Augenpaar. „Damals hatte mir Seelendieb ein Angebot gemacht, mit ihm zugehen, um eine Herde zu leiten.“ Allzu gerne, wandte Rabenfeder ihre Aufmerksamkeit auf ihren alten Lehrmeister – nicht nur der Magie. Er hatte sich nicht verändert, sie hatte sich nicht verändert. Und trotzdem, stand die Veränderung bei ihnen: Seelenfeder. „Ich habe damals abgelehnt, weil ich die Welt sehen wollte.“ Und, vollkommen vergessen, dass sie ihre Welt bereits gefunden hatte, in der sie für immer Leben wollte - an der Seite von Seelendieb.

Sanft, aus voller Zärtlichkeit, legte sich ein Lächeln auf ihr Antlitz nieder, während sie der rauen Stimme des Hengstes lauschte. Sie nickte. „Ich freu mich auch, nun an deiner Seite verweilen zu dürfen.“ So folgte der Blick des zweifarbigen Augenpaars dem des Hengstes über den Herdenplatz, welcher nun ihr Zuhause werden sollte. Die Stute war sich sicher, dass sie dem Rappen eine gute Unterstützung bieten und eine Stütze sein konnte, wenn er ihre Hilfe benötigte. Zuvor hatte sie nie eine Herde geleitet, war mit ihrer Tochter stets allein unterwegs gewesen. Ach, wer eine Tochter großziehen konnte, wurde doch auch mit einer Herde fertig; sie blieb dabei ja nicht allein. Eine Herde war eine große Familie, welche sich gegenseitig Schutz und Nähe bieten konnte. Ein fremder Ort, welcher nun zu einer Heimat wurde. Niemals hätte Rabenfeder gedacht, noch einmal die Chance zubekommen, an die Seite von Dieb zutreten, um eine gemeinsame Herde zu leiten. Damals hatte der Gedanke lange angehalten, aber mit der Geburt von Seelenfeder schnell verflüchtigt, weil sie sich nicht ausmalen wollte, wie Dieb auf eine Tochter reagiert hätte. Als sie den Hengst kennengelernt hatte, war er nicht als ein liebender Vater aufgetreten. Aber, welcher Hengst tat dies auch, wenn er niemals in das Vergnügen gekommen war, sein Kind aufwachsen zu sehen.
Rabenfeder freute sich ebenfalls, als ihr alter Freund bereit war ihre Tochter zu unterrichten. „Seelenfeder wird eine gehorsame und fleißige Schülerin sein, wie ich.“, versicherte sie ihm mit einem zuversichtlichen Lächeln, ehe sie in die Augen ihrer Tochter sah und sanft ihre Nüstern auf die Ganasche legte. Es war nicht richtig über den Kopf von Seelenfeder zu entscheiden, aber die gescheckte Stute wollte nur das Beste für ihr Kind; später sind sie alle dankbar. „Sehr schön, das wird dir bestimmt gefallen.“, sprach sie nun direkt zu der dunklen Stute neben sich, nickte ganz selbstverständlich. Besser, hätte es gar nicht kommen können und es fühlte sich so unglaublich an, wenn die Gewissenbisse nicht wären. Während der Blick von Rabenfeder wieder in den dunklen, tiefen Augen von Dieb versinken wollte, fiel ihr auf, wie dieser ihre Tochter musterte. Konnte er es fühlen, gar spüren? Vielleicht sich selber in ihr erkennen? Würde er irgendwann zu Rabenfeder gehen, das Gespräch suchen, um die Wahrheit zu erfahren? Wie konnte er die Wahrheit wissen wollen, wenn er nicht einmal die Lüge erkannte? Nein, sie sollte sich nicht so viele Gedanken machen und warten; die Zeit würde auf den Moment warten.
Rabenfeder » 05.02.2017, 20:38 » Herdenplatz CC #1

Seelendieb   & Seelenfeder



Interessante Neuigkeiten. Glückwunsch. Nein, Rabenfeder hatte keine andere Reaktion von Seelendieb erwartet. Er war, und blieb ein unterkühlter Hengst. dennoch, hatte sie in ihrer gemeinsamen Zeit nie ein Problem  damit hat. „Danke, das sagt man wohl.“, gab sie lächelnd zurück, blickte ihn aufmunternd an. Hengste, waren doch alle gleich, wenn es um Kinder und Familie geht, fehlen ihnen die passenden Worte. Vielleicht hätte Seelendieb anders reagiert, wenn sie ihm sofort gesagt hätte, dass es ihre gemeinsame Tochter ist. Vielleicht hätte es ihm auch vollkommen die Sprache verschlagen, und … Nein, sie wollte nicht darüber nachdenken, und es einfach so belassen; erstmal. So, wie es war, war es erstmal gut. Endlich, war sie wieder in der Nähe von Seelendieb und allein das, brachte das Herz in ihrer Brust kurz aus dem Takt.

Sanft, beruhigt schloss Rabenfeder kurz die Augen, als die weichen Nüstern ihrer jungen Tochter sie zärtlich an stupsten. Nur ein Wimperschlag der Dunkelheit umschloss ihren Blick, aber ihr kam es vor, als würden tausend Gedanken sie für immer verschlucken. In diesem Moment schwebten Erinnerungen durch ihren Kopf, die längst in Vergessenheit geraten waren. Neben ihr stand ein kleines Wesen, direkt gegenüber der Vater des Wesens und sie mit ihrem kleinen, unscheinbaren Geheimnis war dazwischen. Mit einfachen, banalen Worten konnte sie alles auflösen, um irgendwie eine glückliche Familie zu werden. Mit Seelendieb, eine glückliche Familie werden? So, wie sie den kühlen Hengst kennengelernt hatte, konnte sie sich nicht einmal vorstellen, dass sich dieser überhaupt über eine Tochter freuen würde. Bis jetzt, gab es immer nur Rabenfeder und ihre Tochter. Nicht mehr, und nicht weniger. Sie hat im Leben nie viel gebraucht, hat nie viel vom Leben verlangt. Einfach glücklich sein, das war alles. Und, ihre Tochter Seelenfeder brachte ihr die Erfüllung, nach der sie nie wirklich gesucht hatte. Nein, die Stute konnte sich kein Leben ohne ihre bezaubernde Tochter mehr vorstellen. Rabenfeder würde alles tun, damit ihr Kind, alles bekommt, was es zum Leben braucht. Und, aus diesem Grund war sie hier - hier, bei Seelendieb.

Sanft schlug die gescheckte Stute ihr Augenlider empor. Sekunden, waren zu Minuten geworden, und doch war keine Zeit vergangen. Ruhig atmend, mit ihrer Tochter an der Seite blickte sie Seelendieb tief in die Augen. Sie durften bleiben. Dieser Satz beruhigte Rabenfeder ungemein, endlich einen sicheren Platz für sich und ihre Tochter gefunden zu haben. Aber, es war nicht alles, was sie von Seelendieb verlangen wollte. Und, ehe sie über ihre nächsten Worte nachdenken konnte, bildete der Hengst den Satz, den sie schon vor guten vier Jahren vernommen hatte. Sollte sie es wagen dieses Angebot anzunehmen?
„Dankeschön“. Sie wusste es sehr zu schätzten, dass er sie und ihre Tochter in seiner Herde aufnahm. Natürlich, hätte er auch nein sagen können; was sie aber nicht vermutet hatte. „Ich würde das Angebot von damals gerne annehmen.“ Zustimmend nickte sie im zart lächelnd zu, war endlich bereit für ein Leben in einer sicheren Herde. Vor allem, wenn sie an ihre Tochter dachte, war ein Platz in einer Herde das Beste für sie. „Aber, ich wollte dich auch um einen kleine Gefallen bitten.“ Es war raus, es musste einfach raus. Sie hatte den langen Weg nicht umsonst auf sich genommen. Sie wollte das Seelenfeder das Lernen sollte, was sie selbst von Seelendieb gelernt hatte; und noch mehr. „Meine Tochter Seelenfeder hat die gleiche magische Begabung, wie ich. Ich möchte, dass du sie unter deine Fittiche nimmst und ihr lehrst mit dieser Begabung umzugehen.“ Ja, die Stute verlangte viel, konnte nicht wissen, wie eingespannt ihr alter Freund im Herdenleben war. Was Rabenfeder jetzt schon wusste, war das die Begabung ihrer Tochter durch die Gene von Seelendieb wesentlich höher lag, als die eigene; die ihr nur geschenkt wurde.
Rabenfeder » 01.02.2017, 17:51 » Herdenplatz CC #1

Seelendieb  & Seelenfeder



Der kühle Wind fuhr Rabenfeder durch das gescheckte Fell, und brachte einen bekannten Geruch, den sie fast vergessen hatte mit sich. Ja, sie war hier herkommen, um ein Zuhause zu finden, weil ein unsichtbares Band sie gedankenlos in dieses Reich gezogen hatte. Sie, war auf der Suche nach einem Ort, wo ihr eigen Fleisch und Blut leben und aufwachsen konnte. Ein Leben, unter ihresgleichen. Rabenfeder selbst wusste ganz genau, wie schwer es war einen Ort zu finden, wo man als besonderes Wesen glücklich sein konnte. Erst, als sie auf Seelendieb getroffen war, hatte sich zum ersten Mal ein Gefühl von Geborgenheit in dem kräftigen Körper der Stute breitgemacht; wollig warm hatte es sich um das kleine Herz der Stute gelegt. Dieser Hengst, hatte sie nicht nur in ihren magischen Fähigkeiten bestärkt, sondern auch ihr Herz ganz für sich gewonnen.  Ihre Wege trennten sich, da Rabenfeder trotzdem den Drang der Freiheit in ihrem Körper verspürte, und sich nicht an eine Herde binden wollte. Es war schwer für sie den Rappen, und die gemeinsame Zeit hinter sich zu lassen. Aber, und dies wurde ihr erst einige Monate später bewusst, trug sie ein kleines, schlagendes Herz unter ihrer Brust. Freude, breitete sich in dem gescheckten Körper aus, aber auch Gewissensbisse, da sie den Rappen einfach hat so stehen lassen. Doch, konnte sie je ahnen, dass sie von Seelendieb ein Fohlen erwarten würde?

Mein kleines Mädchen, dachte die Stute, und blickte zum Waldesrand aus dem sie hinausgetreten war. Nein, sie war nicht alleine gekommen. Seelendieb hat ihr in vergangener Zeit viel beigebracht, und so glaube die Stute, dass eben dieser ihrer Tochter auch etwas beibringen würde. Er konnte sie unter seinen Fittische nehmen, und ihr lehren, wie sie die Magie in ihrem Körper bändigen konnte. Er wusste nichts von seinem Glück, seit der Geburt von Seelenfeder war die gescheckte Stute dem Rappen nicht mehr über den Weg gelaufen. Irgendwie war sie froh gewesen, das sie Seelendieb nicht mehr über den Weg gelaufen ist, viel zu groß war die Angst auf seine Reaktion auf eine Tochter. Auch, ihrer Tochter hatte sie nie erzählt, wer ihr Vater war, für sie war Seelendieb nur ein alter Freund ihrer Mutter, der sie auch in der Magie unterrichtet hatte. Sogar in diesem Moment, brachte es die Stute nicht über ihre Lippen, den Rappen vor ihr die Wahrheit zu sagen, warum sie ihn aufgesucht hatte. Sie war mit ihrem Latein am Ende und wusste, dass nur Seelendieb ihrer Tochter mehr über die Magie beibringen konnte.
Ein zartes Lächeln zierte ihre Lippen, als die Worte von Seelendieb nicht nur ihre Ohren, sondern auch ihr Herz berührten. Nein, sie hatte die gemeinsame Zeit mit ihm nie vergessen. Wie auch, wenn sie nun eine Tochter von ihm hatte, die sie jeden Tag an ihn erinnerte. Und nun war sie hier, in der Mitte eines Herdenplatz, zusammen mit Seelendieb, dem der Haufen durch einen glücklichen Zufall gehörte. Es war perfekt.  Sie blickte sich abermals um, und nickte kaum merklich zum Waldesrand, wo sich ihre Tochter hinter ein paar Büschen versteckte. Rabenfeder hatte ihr gesagt, sie solle dort auf ein Zeichen ihrer Mutter warten, während sie voraus geht und zu schauen, ob die Luft rein ist. Nun, war der Zeitpunkt gekommen, dass Seelenfeder aus den Schatten des Waldes trat, und sich zu ihrer Mutter gesellte.
Ihr Puls schnellte unmerklich in die Höhe, während ein dunkles Wesen aus dem Wald trat und zu ihnen hinüber schritt. Mit sanftem Blick wandte sie wieder ihren Blick zu Seelendieb, sah ihn sacht lächelnd an. „Ich bin nicht allein gekommen.“, begann ihre zarte Stimme, die Stille zu durchbrechen. „Ich habe meine Tochter mitgebracht.“ Sie wollte es vorerst bei meiner Tochter belassen, und brachte es zu diesem Zeitpunkt noch nicht über ihr Herz, Seelendieb die ganze Wahrheit zu offenbaren. „Ich, nein, ich meine wir würden uns sehr freuen, wenn du uns einen Platz in deiner Herde geben könntest.“ Er musste einfach ja sagen, wenn ihm zu mindestens etwas an Rabenfeder lag. Vor Jahren hatte sie ihm das Angebot gemacht einen Platz in seiner Herde zubekommen und nun wollte sie dieses Angebot endlich annehmen. Natürlich, hätte sie es niemals für möglich gehalten, nun mit einer Tochter an ihrer Seite hier zu stehen; noch dazu mit einer Tochter, deren Vater ihr gerade gegenüber stand.
Rabenfeder » 27.10.2016, 21:10 » Herdenplatz CC #1

Seelendieb



Das kraftvolle Herz beruhigte sich, fand den gewohnten Takt wieder. Die Aufregung, die Neugier gewöhnte sich allmählich an diesen wunderbaren Ort. Manchmal freute sich Rabenfeder innerlich wie ein kleines Fohlen, dass zum ersten Mal in seinem Leben einen Schmetterling sieht. Sie sollte, nein, sie musste Haltung bewahren, um ihren guten 100 Jahren gerecht zu werden. Aber, es war so aufregend. Die ganzen, neuen Eindrücken, die unbekannten Gerüche und die fremden Artgenossen, die mehr oder weniger, in einen Hauch von Magie getaucht waren. Es war, als wäre sie endlich zu Hause angekommen. Seit sie ihre Eltern verlassen musste, hatte sie sich nirgends wirklich zu Hause gefühlt. Ihr fehlte eine Heimat, ein Ort, an dem sie glücklich sein konnte. Ja, man sagt, Heimat ist ein Gefühl und kein Ort. Aber, selbst das Gefühl fehlt in dem gescheckten Körper der Stute. Vielleicht war dieses Gefühl auch ein Wesen, das sie sich in ihre unmittelbare Nähe wünschte. Einen Gefährten, so magisch, wie sie selbst. Es konnte so vieles sein, was sich ihr kleines Herz wünschte; was ihr kleines Herz zum Leben brauchte. Und, vielleicht war es leichter, als gedacht, dieses Gefühl zu finden.

Federleicht und voller Eleganz bewegte sich der kleine, stämmige Körper ohne Plump zu wirken über diesen wundersamen Platz. Der Regen fiel weiter auf ihr geschecktes Fell, und ließ den Boden unter ihren Hufen aufweichen. Die Bewegung kam je zum Stillstand, früher als gedacht, als Rabenfeder im Augenwinkel merkte, dass sich ein schwarzes, muskulöses Pferd auf sie zubewegte. Ein Hengst, vom Geruch und vom Gang her. Die Stute blieb stehen, entspannte ihren Körper, da keinerlei Gefahr von dem fremden Hengst ausging. Wahrscheinlich, so vermutete die Scheckin, war er der Leithengst dieser Herde. Oder, war es nur eine willkürliche Ansammlung von Artgenossen? Sie konnte es nicht genau sagen, in was sie per Zufall reingeraten war; sie wollte auf keinen Fall stören. Jedenfalls machte der fremde Hengst, der ihr bei jedem Schritt, den er sich ihr näherte, bekannt vorkam, keinen böswilligen Eindruck machte. Sie schien willkommen zu sein, oder für die nächsten Minuten geduldet. Eines wurde sie genau, sie war am Ende ihrer Reise angekommen, stand direkt vor ihrem Ziel. Es war doch ein gutes Zeichen, ein gutes Gefühl, das in ihrem Inneren empor kroch, als sich der schwarze Hengst ihr näherte. Oder, nicht?

Die Augen - das eine braun, das andere blau – funkelten, als der fremde Hengst direkt vor ihr zum Stillstand kam; ihr zunickte. Seelendieb. Ein sanftes, weiches Lächeln zierte ihre Gesichtszüge, war purer Sonnenschein unter dem bedeckten, regnerischen Himmel. Nein, sie hätte es niemals für möglich gehalten diesen Hengst wiederzusehen. War es Zufall, oder Schicksal? Eigentlich war es Rabenfeder egal. Denn nun, nun war sie hier und auch willkommen; wenn Seelendieb nicht nachtragend war. „Seelendieb.“, sprach ihre helle, klare Stimme sanft den Namen ihres alten Freundes aus. „Ja, und habe mich doch gutgehalten für meine 100 Jahre.“, gab sich sacht lächelnd von sich, war sich sicher, dass er sich all die Jahre nicht geändert hatte. Ach, sie konnte nicht einmal sagen, wie lange ihre letzte Begegnung zurücklag. Aber, seine Worte waren nie aus ihrem Gedächtnis verschwunden, und die gemeinsame Zeit auch nicht; bestimmt nicht. „Es scheint so, als hättest du deine Worte wahr werden lassen.“, sprach sie aus und ließ ihren Blick über den Platz gleiten. Er hatte eine Herde, und ihr vor Jahren angeboten einen Platz an seiner Seite zu bekommen. Sie hatte das Angebot abgelehnt, wollte die Welt sehen, bevor sie sesshaft werden wollte. Nachdem sie Seelendieb wieder verlassen hatte, bereute sie ihre Entscheidung relativ schnell. Da es für ein magisches Wesen doch recht schwer war, zwischen normalen Artgenossen zu leben und alt zu werden. sie fühlte sich stets allein, obwohl sie nicht allein war. Ihre fehlte das Gefühl der Heimat und in diesem Moment wurde es ihr mehr als bewusst, dass sie zu Hause angekommen war.
Rabenfeder » 16.10.2016, 21:27 » Herdenplatz CC #1

Seelendieb



Die lange Reise war beendet. Es war ein Gefühl, das tief in der Seele von Rabenfeder aufflammte, als sie dieses Reich betreten hatte. Die weiße Magie, welche durch ihre Venen floss, hatte an neue Energie gewonnen. Je tiefer sie in dieses unbekannte Reich vordrang, desto mehr erweckte die helle Energie ihre müden Knochen.  Es waren punktuelle Schübe, manchmal mehr und manchmal weniger. Für Rabenfeder war es unerklärlich, auch, wenn sie im Besitz der weißen Magie war. Zwar, von Geburt an, aber nach all den Jahren war es trotzdem schwer eine Einheit mit dieser geschenkten Gabe einzugehen. Sie verdankte ihr Leben und somit auch ihre magischen Fähigkeiten einer stummen, weißen Hexe; auch ihre Fellzeichnung in Form von weißen, unregelmäßigen Flecken auf ihrem schwarzen Fell ruhte von dem neuen Lebenshauch. Während Rabenfeder wohlbehütet bei ihren Eltern aufwuchs, hielt sich die weiße Hexe immer in der Nähe ihres Schützlings auf. Bereits in jungen Jahren bemerkte Rabenfeder ihre magische Begabung, konnte aber nicht wirklich damit umgehen, was vor allem die Eltern mitbekamen. Irgendwann waren sie ratlos, hatte ihrer geliebten Tochter alles erzählt, was sie von dieser Begegnung nach ihrer Geburt wussten. So kam die Zeit, vor der sich die Eltern immer gefürchtet hatten, was nur ein komisches Gefühl in der Magengegend war, wurde zur Wirklichkeit. Die Hexe, von jener Nacht, trat aus dem Versteck des Waldes, der die kleine Lichtung umgab. Ein weiches, freundliches Lächeln lag auf ihren feinen Gesichtszügen, während sie sich der kleinen Familie näherte. Es war schwer, sehr schwer. Vor allem ihre Eltern empfanden diesen Abschied für immer, während Rabenfeder allein das Unbekannte, das Abendteuer vor Augen hatte.  Der Abschied fiel tränenreich aus, ehe sie ihre Nüstern zum letzten Mal aneinander schmiegten. Ein letztes Wiehern am Waldesrand, ehe Rabenfeder vergnügt hinter der weißen Hexe hersprang. Ein großes Abendteuer, welches er später seinen hohen Zoll zahlen würde.

Nun, war Rabenfeder hier. Wieder eine unbekannte Welt, wieder ein Abendteuer. Sie war zu alt für Abenteuer, und wollte lieber sesshaft werden; eine Familie gründen, wenn dies möglich war. Vielleicht am Ende ihrer Reise? Sie wusste es nicht. Sie wusste nur, dass es sich so anfühlte, als wäre sie endlich angekommen. Rabenfeder schnaubte, blickte um sich. Es war eine vollkommen fremde Umgebung und trotzdem bewegte dieses Reich etwas in ihr. Sie schritt einfach weiter, als würde ein unsichtbares Band die Stute in eine bekannte Richtung ziehen. Es war weder gespannt, noch schnürte es ihr die Kehle zu. Schritt für Schritt. Meter für Meter. Der Regen prasselte ausgiebig auf ihren gescheckten Körper hinab, ließ ihre Mähne in leichte, feuchte Wellen fallen. Sie war nicht der Freund von Regen, aber auch nicht der Freund von Sonnenschein. Wenn man solch eine Mähne und einen Schweif, wie Rabenfeder besaß, mochte man am liebsten 20 Grad, keine Regen und windstill. Dennoch mochte die Stute ihre wallende Mähne und ihr geschecktes Fell sehr und würde sich kein anderes Äußeres wünschen. Sie war glücklich, und das war im Leben sehr viel wert; vor allem wenn man schon gute 100 Jahre auf dieser Welt verweilte.

Die Muskulatur bebte, das Herz schlug fast aus dem Takt. Es war soweit, sie war an ihrem unbekannten Ziel der langen Reise angekommen. Aufmerksam drehten sich ihre Ohren mit dem Wind, der neue, unbekannte Geräusche in ihre Richtung trieb. Stimmen drangen an ihre Ohren, Silhouetten tauchten in ihrem Blickfeld auf. Sie war nicht allein. Aber, was viel wichtiger war, sie verspürte Magie. Ja, es lag Magie in der Luft. Ja, sie war endlich angekommen. Ob sie hier willkommen war, konnte sie nicht sagen, würde sich in wenigen Minuten herausstellen.
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